GEGEN KAPITAL UND NATION

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Die besseren Deutschen demonstrieren Betroffenheit: Glockenspiele für tote Neger und anderes Zeugs

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Flüchtlinge – keiner braucht sie, keiner will sie. Dass diese nationalstaatlich verfügte Politik furchtbare Konsequenzen für Flüchtende nach sich zieht, hat sich spätestens seit der “Schande von Lampedusa” (Papst Franziskus) bis in die hinterletzte Dorfgemeinde der Republik rumgesprochen. Während die einen sich zurücklehnen, und bei jedem neuen toten Flüchtling Genugtuung darin erfahren, dass “ihr” Staat, dem sie sich täglich unterordnen, in puncto Flüchtlingsbekämpfung Wort gehalten hat, treibt es die anderen, die besseren Deutschen, in die Straßen. Linke, Grüne, Christen, Studenten, Komiker – man lässt sich was einfallen, um auf die “Flüchtlingskatastophe” aufmerksam zu machen. So ließ das Erzbistum Köln als Akt der Mahung 23.000 Mal Kirchenglocken läuten. Der “Verein für Politische Schönheit” veranstalte Begräbnis-Parties zum Gedenken an die Mittelmeertoten. Immer mit kritischer Aufforderung an die politisch Verantwortlichen: Schaut gefälligst hin, da sterben Neger!

Als sei der deutschen Politik das Flüchtlingselend bisher nicht bekannt gewesen, als wären Merkel und Co. nicht Urheber dieser Politik, oder diese Politik bloß ein bedauerliches Versehen, das abgestellt würde, hätten die richtigen Stellen nur Kenntnis von ihm. Die Quintessenz solcher zutiefst bürgerlicher Initiativen: Wir haben nichts dagegen, dass der deutsche Staat sein Menschenmaterial scheidet, dass er nach Gutdünken Rechtstitel verpasst wie “Flüchtling”, “geduldet”, oder “Deutscher Bürger”. Nein, sowas geht schon in Ordnung, doch muss es auch möglich sein, jene rassistische Scheidung nach nützlich und nicht nützlich, leiser und sanfter zu bewerkstelligen; mit mehr Betreuung von Fliehenwollenden direkt vor Ort in Afrika, mit schnelleren Ablehnungsbescheidungen, mit militärischer Gewalt gegen diese hundsgemeinen Schlepperbanden und vor allem: mit weniger angeschwemmten Negerleichen in der Tagesschau.

Diese Initiativen sind daher die kritische, aber prinzipiell bedingungslose Hinwendung zum, der liebevolle Versuch des Mitbauens am nationalistischen Gemeinwesen, die freie und selbstgerechte Unterordnung des einzelnen Bürgers unter den staatlichen Souverän, der ihm sein Leben diktiert.

Written by leftwingedbastard

24. Juni 2015 at 13:32

Taxes and Taxation

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Everyone dislikes taxes on some account, but if one really has to pay them, one does not fail to display genuine pride. What comes to the taxed as nothing less but an order under the law he is committed to see as a result of his own free will, as ‘sacrifice’ or ‘contribution’, for example taxation as a contribution to the poor, society, humankind, or whatever abstract cause he deems worthy of being advanced. He wants to feel straight out elevated by the fact that a substantial part of his income, his own and his families’ livelihood that is, is taken away from him by the state without asking for his consent.

Such display is irrational, as it is contradictory, but typical of citizen’s consciousness: Because being taxed or not is not his decision to make, and because the procedure itself is completely beyond his control, he is eager and willing to affirm the taxation. He has no choice, so he chooses submission.

This particular mind-set is a bearer of ugliness: Despite the appreciation he has of being forced to ‘contribute’ in the way of tax dollars, he is no less aware of the fact that being taxed amounts to a harsh material loss he has no choice but to endure. Having lost time and life while at work, and having lost his ‘hard earned’ money once the day has passed, he seeks acknowledgement for his pains and troubles by way of making sure that everyone else also get what they have coming. He decides to become a watchman over the distribution of material losses to everyone else, he decides to become a judge, to become himself the state. No sooner he will then find himself indulged in endless discussions about fairness and justice with his friends, neighbors, co-workers, complete strangers even, all of whom he will not hesitate to praise should they have ‘paid their dues to society’, or scold should they have malfeasantly evaded their duties. ‘Look at those lazy bums for whom I pay the rent by working my ass off and paying wild sums of taxes while all they do is hanging out all day drinking, smoking, or breeding like crazy!’, he cries out.

In doing so he has become dismissive not only of other people’s needs, but of his own as well. He no longer cares about needs and gains, he does not contemplate what leading a good life could mean to him and those he cherishes in materialistic terms, but instead incessantly focuses on making everybody else at least as miserable as he is ‘working his ass off’. He spends his days absorbed in idealisms, all of which have no bearing on his living conditions: freedom, equality, society, sciene, religion, the future of humankind (as if the present was already beautifully secured!), stability of statehood, other abstract entities. Things like food, shelter, being able to afford medical care, and doing away with a situation where ‘work for money’ is available if and only if profits are to be had, but at the same time as a worker be completely dependent on having ‘work for money’ in order to survive, are secondary to him at best.

From that naturally follows a false knowledge of what his tax money is then actually being collected and put to use for. He does not (want to) see that ‘his’ tax dollars are not being pooled to make the lives of others – let alone his own – better, easier, to eliminate poverty or homelessness, but on the contrary to secure a neverending stream of desperatly poor yet able and willing enough people to fill the vacant spots inside capitalist factories and businesses, which are infamous for incapacitating their victims fairly quickly. And of course in a citizen’s mind the police are servant and protector to the community rather than a guardian to those heinous conditions that ultimately account for his and everybody else’s misery.

Written by leftwingedbastard

20. Juni 2015 at 13:32

Israel: Ein bürgerlicher Nationalstaat

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Mit einem haben Israels eiserne Verteidiger vollkommen recht: Israel ist die einzige Demokratie im Nahen Osten! Wie sehr das stimmt, und dass das überhaupt nichts gutes ist, wissen sie dabei gar nicht. So ist Israel tatsächlich die einzige, ganz nach westlichem Vorbilde eingerichtete, kapitalistische Demokratie in der Gegend da unten. Es ist ein bürgerlicher Nationalstaat par exellence. Mit allem was so dazu gehört, z.B. mit Armut, Reichtum, sozialen Unruhen, und mit Regeln für die Erkennung von zugehörigem und unzugehörigem Menschenmaterial: Israel ist nämlich dedizierter Judenstaat; d.h. ein Staat von Juden für Juden, und zwar für alle von ihnen. Als ein solcher Staat kennt Israel Asyl-, Aus- und Einwanderungsgesetze, den Schutz von Grenzen, besitzt er Polizei- und Militärapparate zur Disziplinierung seiner Untertanen und zur Durchsetzung imperialer Interessen im nähreren und ferneren Ausland. Es stimmt also: Israel ist nicht viel mehr und nicht viel weniger als ein stinknormaler, bürgerlicher Nationalstaat – im Nahen Osten gelegen. Kein Wunder also, dass Staaten wie Deutschland Israel zur Seite stehen wollen. Bei deutscher Unterstützung für Israel geht es dann auch nie um Holocaustbuße, wie manch Linke sich das vielleicht denken mögen, da geht es um imperiale Jointventures, da sind die Interessen und Strukturen beider Staaten ähnlich genug, damit politisch und militärisch auf der Welt gemeinsame Sache gemacht werden kann.

Das verrückte an Israel und seinen Wehrgängern ist daher auch: Gerade ein solcher Staat,  d.h. die hinter ihm stehende rassistische Idee der bürgerlichen Nationalstaatlichkeit für eine bestimmte, als Fraktion mit völkischer Identität zusammengedachte, mit teils gleichen Merkmalen behaftete Gruppierung von Menschen (in diesem Fall: Juden) unter prinzipiellem Ausschluss aller anderen, soll die logische Konsequenz aus der nationalistisch-bürgerlich betriebenen Vernichtung einer absolut unzugehörigen Fraktion (Juden) in Nazideutschland sein. Als sei Hitlerdeutschland nicht auch ein bürgerlicher Nationalstaat gewesen – von Deutschen für Deutsche; exkludierte: Juden, Roma, andere Nicht-Arier, Kranke, Asoziale, Kommunisten. Die Konsequenz aus dem Holocaust soll also sein die Wiederholung derselben politischen Herrschaftsidee – bloß dieses Mal nicht unter faschistischen, sondern unter demokratischen Vorzeichen. Und wie man sieht: Fürs Unternehmen (utilitaristische) Auftrennung von Menschen in In- und Ausländer, in Rassen (USA: “black vote”, “latino vote”, “white vote”) und Begabungen (mehrgliedrige Schulsysteme), für faschistoide Bevölkerungskontrolle (deutsche Notstandsgesetze) und imperiale Kriege (Russlands Kriminvasion 2014, Israel seit 1968 in den palästinensischen Gebieten, Libanon und Syrien, NATOs Kosovokrieg 1999 etc.) braucht es gar keine Faschisten, Demokraten beherrschen dies alles ebenso gut.

An Israel gibt es nichts zu verteidigen, was an anderer Stelle nicht mit Recht kritisiert worden wäre und wird; z.B. an einem möglichen Nationalstaat Palästina: ein solcher Staat, heißt es da zurecht, wäre nichts weiter als die rassistische Antipode zum benachbarten Judenstaat, ein nach In- und Ausländer, nach Muslim und Nichtmuslim scheidendes, ein nach innen mit der üblichen Härte regierendes, und nach außen mit Israel um Macht und Geltung in der Region und der Welt streitendes Staatswesen.

An einer solchen Situation ist überhaupt nichts gut. An Staaten gibt es keine zu verteidigen.

Written by leftwingedbastard

18. Juni 2015 at 16:10

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