GEGEN KAPITAL UND NATION

leftwinged//bastard

Links und Rechts – alles das Gleiche

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Geht es nach Jens Spahn (CDU), dann grölt die Antifa in Heidenau die gleichen Parolen wie die NPD. [1]

Ja, sie sind schon manchmal schwer auseinander zu halten, die beiden Fraktionen – jedenfalls wenn man den politischen Inhalt einfach weglässt. Da ist Parole dann halt Parole, ist “Ausländer raus!” dasselbe wie “Refugees Welcome!”. Ein Wunder, dass Spahn da überhaupt bemerkt hat, dass es hier eine NPD, also Faschisten gibt. Wer so redet, der hätte auch Probleme damit gehabt, Adolf Hitler vom Kommunisten Thälmann zu scheiden. Hitler lebte in einer Villa in Berchtesgaden, Thälmann starb im KZ, aber hey: So ein KZ ist ja auch ‘ne Behausung.

[1] https://twitter.com/jensspahn/status/637383061936689152

Written by leftwingedbastard

29. August 2015 at 22:23

The venal politician: A moral indictment – factually wrong

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We know how it works today: No profit, no jobs. No jobs, no money. No money, homelessness awaits. That is to say, if the wealth of a community, its weal and woe depends on a corporation being able to make a profit, that is allowing the corporation to hire and fire as its calculations demand, and to let it pay as little wages as possible at the highest possible rate of labor being sucked in, then corporate profit will be the prime interest of any politician around.

And yet it is a popular thing to do: Calling politician names like “political whore”, thereby impliying venality. Such indictments (of the moral sort) are idiotic because under conditions of capitalism they are off the point. They are factually wrong. If politicians for instance cut corporate taxes they do not give hand-outs to corporations, or fill their own pockets. There is no moral defect on anyone’s part. The very opposite is true: By cutting corporate taxes politicians work towards securing the relative well-being of the community by taking care of its prime, single most important interest, which of course is the corporations’ need to acquire cheap labor-power.

That is necessary(!) politics under capitalist conditions: If goods and services the community depends on are being produced if and only if profits are to be made, I – as a politician that has no criticism of such a system – will do my utmost to create and maintain an environment that allows for corporations to exploit profitable labor: I will enable them to drive down wages, I will cut corporate taxes, social security, and citizens’ services et cetera. Hopefully some of my constituents will then have a chance(!) at getting jobs that do not pay a living wage, but will enable them to afford some kind of an above absolute-poverty-level-lifestyle depending on how exploitable they are, while the rest will gather in the streets.

This is capitalism for you, and if you disapprove of what it brings (like I do!), you better become a communist (what I did!).

Written by leftwingedbastard

27. August 2015 at 22:37

Die Krawalle von Heidenau: Eine Schande für Deutschland

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Bundestagspräsident Norbert Lammert hat sich zu Wort gemeldet, und die jüngsten rassistischen Ausschreitungen gegen die Unterbringung von Flüchtlingen in Heindenau als “Schande” bezeichnet. Sie seien “peinlich für unser Land“. [1] Was hat er damit gesagt?

Er hat damit gesagt, dass zwischen ihm und dem rassistischen Mob eine politische Identität besteht. Ein bestimmtes Verhalten kann andere zur Scham anregen (“peinlich“), was allerdings nur solchen Menschen passiert, die nicht den Zweck des Verhaltens missbilligen, sondern dessen ungeschickte Ausführung tadeln wollen. Dass Lammert die Krawalle in Heidenau peinlich sind, ist nur folgerichtig. Denn Lammert ist in seiner Funktion als Bundestagspräsident, als “zweiter Mann im Staate”, um Größe und Ansehen Deutschlands in der Welt von Berufs wegen bekümmert. Deswegen kann er auch seinen Mitbürgern die nationalistischen Krawalle in Heidenau nicht ungetadelt durchgehen lassen. Bei diesem moralischen Tadel (“Schande“) bleibt es dann aber auch, was seine Gründe hat, die immer dann zu besichtigen sind, wenn mal wieder Linksradikale ihr Unwesen im Staate treiben. Die sind den Politikern nämlich weder “peinlich” noch begreifen sie deren Tun als “Schande” für Deutschland. Linke Randale, linkes Abfackeln von Parteizentralen und Polizeiautos wären für jemanden wie Lammert schlicht Terrorismus. Warum hier von Seiten der Politik diese Differenz zwischen rechts und links aufgemacht wird, ist klar: Denn “die durch die Orte stampfenden Rechten” sind “mitunter höchst gefährliche Staatsfreunde, aber eben doch Staatsfreunde“. [2] Der Vorwurf, der demokratische Staat sei auf dem rechten Auge blind, trifft zu.

Dass aber auch Linke auf diese Identitätstour reinfallen, und anfangen, sich für alles mögliche zu schämen, was im Lager des politischen Gegeners passiert, ist kein Wunder, wenn man begriffen hat, dass z.B. der Antifaschismus, wie er flächendeckend zelebriert wird, nichts weiter ist, als ein aktives Bekenntnis zum demokratischen Staat. Dann wird erklärlich, warum es von der Nachkriegszeit bis heute viele Linke gibt und gegeben hat, die in aller Öffentlichkeit behaupteten, sich für Hitler zu schämen. Da würde man dann schon gerne wissen: Was hat denn ein Antifaschist mit dem Faschisten Hitler zu tun? Warum will der Antifaschist unbedingt Hitlers politisches Erbe antreten, und sei es auch in der Weise, sich die Verantwortung für dessen mörderisches Tun anzulasten? Dies ist nur möglich, wähnt auch dieser Antifaschist sich als Repräsentant der Nation, und damit als linearer Abkömmling der Politik des Dritten Reiches.

[1] http://www.derwesten.de/politik/lammert-ausschreitungen-sind-peinlich-fuer-unser-land-id11023063.html

[2] Süddeutsche Zeitung, 19.11.2011

Written by leftwingedbastard

25. August 2015 at 07:51

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